Erkenne, was werden will.
Für Menschen, die Bildung menschlich, künstlerisch und wirksam gestalten wollen.
„Wie bringt der Mensch sein Tiefstes, das er in sich hat, zum Aufwachen, wie kann der Mensch sich erwecken?
Die Waldorfschul-Pädagogik ist überhaupt kein pädagogisches System, sondern eine Kunst, um dasjenige, was da ist im Menschen, aufzuwecken.
Sie sollte Leben sein, nicht Wissen … Kunst sollte sie sein, lebensvolles Tun, weckende Tat.
In jedem Menschen ist ein Erzieher, aber dieser Erzieher schläft, er muss aufgeweckt
werden, und das Künstlerische ist das Mittel zum Aufwecken.“ (R. Steiner, GA 217)
Vom Intellektualismus zur lebendigen Menschenkunde.
Der Boden für eine lebendige Pädagogik ist die Selbsterziehung des Lehrers und Erziehers. Sie schafft die Umgebung, in der sich das Kind am Erwachsenen erzieht. Das setzt die Bereitschaft zur fortwährenden Verwandlung des Lehrers voraus. Die Auseinandersetzung mit den anthroposophischen Grundlagen der Waldorfpädagogik soll zu der nötigen gedanklichen Beweglichkeit, einer wachsenden Empathie und eigenschöpferischen Gestaltungskraft führen. Die daraus hervorgehende Pädagogik soll einzig und allein ein Dienst am werdenden Menschen sein.
„Hineinpfropfen können wir in den Menschen nichts durch Unterricht und Erziehung. Aber wir können uns so verhalten, dass der Mensch dazu kommt, als Aufwachsender, die in ihm vorhandenen Anlagen hervorzuholen. Das können wir aber nicht durch das, was wir wissen, sondern nur durch das, was auf künstlerische Art in uns regsam ist. Im Künstlerischen ist jeder eine Individualität. Man muss in sich den künstlerisch Schaffenden ergreifen, wenn man die Menschenwesenheit ergreifen will. Der Unterricht muss von Kunst, von der menschlichen Individualität durchdrungen sein.“ (R. Steiner, GA 217)
Die Zukunfts- und Wandlungskräfte wollen v.a. durch die tiefen Impulse der neuen Generation helfend in das Zeitgeschehen eintreten. Hier bedarf es des Nähr- und Lebens-raumes einer vom Künstlerischen durchfeuerten und durchglühten Pädagogik, um diesen Impulsen zur Geburt zu verhelfen. Das neue Lehrerseminar will ein Ort sein, an dem die lebendige Anschauung des Menschenwesens wieder zur Tat wird. Es gilt die Wärme zu entzünden, die notwendig ist, damit das Kind seine eigene Individualität frei entfalten kann.